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Eine bierige Reise durch Südostasien

„Bier aus Vietnam & Kambodscha - Gibt’s da überhaupt einheimisches Bier? Und wenn ja, ist’s wahrscheinlich eh wieder nur dünnes Lager“. Mit dieser Einstellung ging es auf in den Urlaub nach Südostasien.

Angekommen in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi kann man die erste Frage mit einem deutlichen JA! beantworten. An unzähligen Essensständen wird am Straßenrand Bier aus Vietnam angeboten: Lagerbiere wie Bia Hà Nội in der Flasche, aber auch Bia Hơi.

Bia Hơi ist ein frischgezapftes Reisbier mit einem niedrigen Alkoholgehalt von ca. 3% und wurde früher in unzähligen Mikro-Brauereien - aufgrund der geringen Haltbarkeit bei den hohen Temperaturen - täglich frisch gebraut. Traditionell wird es in Vietnam mit Eiswürfeln direkt am Straßenrand (meist auf kleinen Plastikhockern) getrunken.

 

Heute ist von dieser Tradition der Haus-Brauereien leider nur noch das Trinken am Straßenrand übrig geblieben, da die Fässer mittlerweile überwiegend von der größten Brauerei Hanoi’s, der HABECO (gehört dem vietnamesischen Staat und der Carlsberg-Gruppe), geliefert werden. HABECO stellt im Übrigen auch das Flaschenbier Bia Hà Nội her und beherrscht somit den Markt im Norden Vietnams.

Aber das nicht alles früher besser war, sollte ich gleich am zweiten Abend erfahren. Im Hanoi Social Club (https://de-de.facebook.com/TheHanoiSocialClub/) werden nämlich nicht nur Lagerbiere, sondern auch etwas außergewöhnlichere Biere angeboten. Ich entschied mich für ein Jasmin IPA der Pasteur Street Company und habe es nicht bereut. Anfangs etwas ungewöhnlich, da es leicht nach Parfüm riecht (der Jasmin lässt grüßen), aber geschmacklich kann man nicht meckern. Leichte Zitrusnoten Richtung Grapefruit kombiniert mit einer frischen Hopfennote lassen das IPA gut zur Geltung kommen.

 

Bei einer kleinen Internet-Recherche konnte ich feststellen, dass die Pasteur Street Company aus Saigon stammt und dort auch eine Bar betreibt. Somit war schon einmal klar, dass ich bei meinem Aufenthalt in Saigon drei Wochen später dort auf einen Besuch vorbeikommen wollte… Dazu aber nachher mehr.

Weiter ging die Reise aus dem Norden nach Zentralvietnam. Dort konnte ich feststellen, dass jede Region ihr eigenes Lager braut. Ist es in Norden das bereits erwähnte Bia Hà Nội, so wird in Zentralvietnam bei Hue vor allem das Huda ausgeschenkt.

Angenehm ist, dass zwischen den Bieren Unterschiede existieren. So riecht das Bia Hà Nội malzig und hat auch im Geschmack eine erstaunliche Süße mit viel Blubber (Kohlensäure;-)), während das Huda als klassisches Pils bitterer daherkommt. Das Huda hat sogar 2013 eine Silbermedaille bei der World Beer Championship gewonnen.

 

Mir persönlich hat das Huda nicht so geschmeckt, da es doch sehr dünn und vor allem metallisch rübergekommen ist. Könnte aber auch an der Dose gelegen haben…

Von Hue ging es über den Wolkenpass ca. 100 km in den Süden nach Danang. Und auch hier gibt es eine große einheimische Marke: La Rue

Hier ist vielleicht die Gelegenheit kurz zu erklären wie das Bier nach Vietnam kam. Zum Einen durch die Franzosen als Vietnam zum französischen Indochina gehörte. So wurde beispielsweise das LaRue von Herrn Victor Larue im Jahre 1909 erstmals gebraut. Und zum Anderen durch das kommunistische Bruderland Tschechoslowakei, durch das das tschechische Pils in Vietnam bekannt wurde. 

 

Aber nun erstmal genug von Vietnam und auf in das Nachbarland Kambodscha zu den Tempeln von Angkor Wat. Und nach der größten Sehenswürdigkeit Kambodscha’s ist auch eine Biermarke benannt: Angkor Premium.

 

Diese Marke hat einen Marktanteil von ca. 60% in Kambodscha und wird interessanterweise im anderen Eck von Kambodscha in Sihanoukville gebraut (ca. 500km von Angkor entfernt!). Naja Geografie ist ja nur Nebensache, Hauptsache der Name verkauft sich gut.

Trinktechnisch hatte ich nach so viel Lagerbier nicht wirklich Lust, dass Lager von Angkor zu probieren, vor allem da ich das Angkor Extra Stout entdeckte. Das war zwar preislich etwas teurer, der Geschmack machte dies jedoch locker wieder wett. Schöner fester, dicker Schaum, Kaffeeröstaromen könnten in der Tiefe ausgeprägter sein, waren aber da. Insgesamt eine tolle Abwechslung zum Lager, auch wenn der Alkoholgehalt von 8% nicht unbedingt mit dem tropisch schwülen Dschungelwetter harmoniert. Aber dafür kann das Bier ja nichts!

Im nächsten Lokal entdeckte ich neben den einheimischen Lagern ein Lager aus dem Nachbarland Laos: Beerlao Lager. Da ich bisher noch kein laotisches Bier probiert hatte, wagte ich den Versuch und wurde dafür sogar noch belohnt. Für ein Reisbier von einer Großbrauerei hat das Lager einen erstaunlich vollmundigen Körper und ist eine kleine Sauerbombe.

 

 

Schade war, dass ich in Kambodscha kein Bier mit dem weltberühmten Pfeffer aus Kampot entdecken konnte. Klar, verstößt gegen das Reinheitsgebot, aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Auf der BKL 2017 konnte man dafür von der Brauerei Welde das Pepper Pils mit rotem Pfeffer aus Kampot probieren.


So musste ich mich halt doch noch mit den üblichen Lagerbieren zufriedengeben und probierte nun das Angkor Export sowie das Cambodia Lager. Beides sind leicht süßliche und gut süffige Biere, aber vor allem im Abgang fehlt auf Dauer das gewisse Etwas. 

 

Nun aber genug vom Abstecher nach Kambodscha; das pulsierende Herz von Vietnam wartet auf uns: Ho-Chi-Minh-Stadt bzw. das ehemalige Saigon.

Hier probierte ich erst einmal die Standard-Biere: Saigon Green und Saigon Red

Die beiden Biere heißen offiziell Bia Saigon Lager und Bia Saigon Export, aber unter diesem Namen hab ich die Biere nie auf der Getränkekarte gefunden. Beide Biere werden von der Staatsbrauerei Sabeco gebraut und sind milde, leicht süßliche Reisbiere.

 

 

Den größte Reinfall auf der Reise handelte ich mir dann mit dem Zorok Lager ein. Das Bier war äußerst dünn und ohne Geschmack. Da kann ich mein Bier gleich mit Wasser verdünnen.


Nun aber zu einer kleinen Überraschung: In einem Hinterhof in Saigon findet man das Hoa Vien Bräuhaus (http://www.hoavien.vn/webapp/home.php?page_lang=english). Hier wird das Bier noch traditionell direkt vor Ort gebraut. Das Bräuhaus hat sich dem tschechischen Pils verschrieben, so dass man überall im Bräuhaus alte Fotos aus Tschechien entdeckt und auf der Getränkekarte auch das originale Pilsener Urquell angeboten wird. Ich probierte das hauseigene Dunkle Lager und war durchaus angetan. Leichte karamellige Noten führen zu einer angenehmen Süße.

Ein kleiner Tipp noch am Rande: Das Bräuhaus gibt es an insgesamt 5 Orten in Vietnam, darunter auch am Badeort Mũi Né.

 

 

So nun stand aber am Schluss der Reise noch mein Besuch bei der Pasteur Street Company (https://pasteurstreet.com/) aus. Und das hört sich leichter an, als es dann wirklich war. Ich suchte die Bar nämlich gefühlte 5 Minuten, bis ich am Ende eines dunklen Hauseingangs das Schild entdeckte. Dort angekommen, deutete mir ein Parkplatzwächter, dass ich die enge Treppe nach oben in den 1. Stock gehen müsse. Hier befand sich dann tatsächlich die Bar, die zwar äußert klein ist und sehr versteckt liegt, aber wahnsinnig gut besucht war. Ich ergatterte noch eine Stehplatz und probierte dort zuerst ein Pomelo IPA. Ein interessantes IPA, da die Pomelo als Zitrusfrucht bestens für ein IPA geeignet scheint, jedoch im Eigengeschmack im Gegensatz zu z.B. Grapefruit sehr süßlich schmeckt. 

Als nächstes gönnte ich mir noch ein Coconut Porter mit 6,2%. Das Bier wird tatsächlich mit Kokosnuss aus Vietnam gebraut und das kommt vor allem im Geruch toll zur Geltung. Geschmacklich fand ich die Kombination mit der Kokosnuss nicht so gelungen, da die Aromen nicht so harmonierten.

 

Das war’s dann auch schon für mich, da die Beine nach dem ganzen Sightseeing nicht länger einen Stehplatz ertragen konnten. Auf der Getränkekarte wären jedoch noch jede Menge interessanter Biere vorhanden gewesen.

Zum Umrechnen der Preise von VDN zu Euro muss man übrigens den Betrag etwa durch 24.000 teilen, so dass man hier für ein kleines Glas ca. 2 € zahlen musste.  Zugegeben, für vietnamesische Verhältnisse viel, aber wer besondere Biere probieren will, muss halt auch in Vietnam tiefer in den Geldbeutel greifen. Billiges Bier für umgerechnet 20 Cents findet man dafür an fast jeder Straßenecke.

 

 

 

Obwohl nicht alle Biere meinen Geschmack zu 100% getroffen haben, bleibt mir als bieriges Fazit des Urlaubes festzuhalten, dass Vietnam auch für einen genussvollen Biertrinker eine Reise wert ist. Angefangen von den einfachen Bierständen mit Plastikbecher über die klassischen Flaschenbiere bis hin zu den „Craft“-Bieren…  Vietnam hat viele interessante Biere zu bieten, man muss sie nur suchen.


Craft Bier Festival Regensburg 2017

Vom 24. bis 26.Mai 2017 war es wieder so weit. Zum dritten Mal fand das Craft Bier Festival in Regensburg statt. Wie auch letztes Jahr am Neupfarrplatz. 

 

Bei kostenlosem Eintritt (lediglich das Glas kostete 5 € Pfand und man konnte für 4 € ein kleines Gutscheinheft erwerben) waren 40 Aussteller mit über 500 verschiedenen Bieren vor Ort.

 

Damit das Festival nicht nur etwas für die Bier-Nerds ist, spielten auch diverse Bands und an einigen Ständen gab es auch leckeres zu Essen.

 

Wir waren am Vatertag also am 25.Mai vor Ort. Der Wettergott meinte es mal wieder gut mit uns, auch wenn er ab und zu mal mit ein paar dunklen Wolken drohte.

 

So aber waren die Temperaturen angenehm und nicht so heiss, was auch dem Bier trinken zuträglich ist.

 


Wir haben uns dann mal für das Gutscheinheftchen entschieden und den ersten Gutschein bei der Regensburger Spitalbrauerei für ein Pale Ale eingelöst. Das Pale Ale war 2015 der Festivalsud und wurde von uns zum Bier des Monats gekürt.

Der aktuelle Sud unterscheidet sich jedoch vom damaligen Sud ein wenig. Während damals die Citrusnote und die tropischen Früchte mehr zur Geltung kamen, merkte man bei diesem vielmehr den verwendeten Mandarina Bavaria Hopfen, denn die Mandarine war deutlich vernehmbar.

Der aktuelle Sud ist gut, aber halt anders.


Erstmals am Start war das Brauhaus am Schloss aus Regensburg. Hier waren vor allem "normale" Biere im Angebot, also Dunkles und Weißbier. Diese allerdings so gebraut, dass sie dem Normalbiertrinker auch zeigen können, wie groß die Geschmacksvielfalt sein kann.

Beides ist dem Braumeister Georg Angerer wichtig. Zum Einen, dass die Biere Geschmack haben, aber auch dass sie in seiner Gaststätte verkaufbar sind. So müsse ein 1000 Liter Sud innerhalb von 6 Wochen verkauft werden. Daher sind extreme Biere in seinem Brauhaus nicht möglich, aber auch gar nicht gewollt.

Das erste getrunkene Bier versucht beides zu vereinen. Es handelt sich zwar um ein IPA mit viel Aromahopfen ist aber nicht allzu bitter.

Der Vladimir sein "falscher Russ" - Zitronig aber ohne Limo drin -  ist ein Weißbier mit Citra Hopfen gebraut. Während im Geruch noch eine intensive Banane in die Nase strömt, beginnt es geschmacklich zitronig, dann etwas grasig und im Abgang wieder bananig. Tolle Idee, ich würd´s aber besser finden, wenn der Citrahopfen mehr in Richtung "frischer Hopfengarten" eingearbeitet worden wäre.


Ein echtes Highlight fanden wir am Stand von Dérer. Das Blueberry Maple Stout. Also ein Stout mit Blaubeeren und Ahornsirup. Ein wunderbar weiches Stout. Brotig, schokoladig, röstig und süß und ordentlich fruchtig durch die Blaubeeren. Da haben wir uns gleich noch ein zweites Glas gegönnt. Im Vergleich hat dann leider das Sweet Potatoe Cream Stout etwas verloren. Mit 4,5% überraschend vollmundig, leicht süß und röstmalzig. Ordentlich, aber nichts im Vergleich zum Blueberry ;-).

 

Auf unserer "nichts Neues aber lecker" Runde hat es uns zuerst zu den Piraten verschlagen. So ein Coffee Porter und ein Chilli Porter sind halt immer lecker - so auch dieses mal.

Die Meinungen auseinander gingen bei uns dann aber bei der Gurken Gose von Hopfmeister. Während ich dieses salzige Gurkenwasser immer noch herausragend lecker fand, durfte ich das Glas von Peter nach zwei, drei Probierschlucken auch noch trinken...

Weiter geht´s :

 

Kein Festival ohne Festivalsud. Dieser war in diesem Jahr ein obergäriger Doppelbock. Ein Collaboration Brew von der Regensburger Spitalbrauerei, Eichhofener, Nittenauer und Riederburger.

 

Für einen Doppelbock eher ungewöhnlich, aber extrem lecker ist, dass das Bier riecht und schmeckt wie "der Herbst während des Hopfazupfas" bzw. als wie wenn man in ein Glas Hopfen riecht. Super. Später kommt dann die Süße, die im Verlauf des Trinkens mehr wird.

 

In dieser Menge war das Bier wunderbar, ob es das aufgrund der Süße auch bei einem ganzen Glas bleibt, müsste man erst mal ausprobieren ...

 

Unser würdiges Abschlussbier fanden wir dann am Stand von Karmeliten (soweit ich mich erinnere - auch zum ersten mal dabei). Hier gab´s einen im Bourbonfass gereiften Doppelbock. Die Besonderheit hier, so erzählte man es uns am Stand sei, dass das Bier nach der Fasslagerung noch einmal nachcarbonisiert werde.

 

Das schmeckte man auch, denn neben dem typischen Bourbongeschmack (Apfel, Vanille) war es auch noch recht spritzig und dadurch süffig ... bei einem Doppelbock gefährlich ;-)

 

Fazit: Wieder einmal ein gelungenes Festival. Der Bierliebhaber kommt aufgrund der Vielzahl von interessanten Bieren (und Mönchshof) auf seine Kosten. Die lockere heitere Stimmung kommt aber auch durch die diversen Bands. Diese gaben neben eigenen Liedern auch diverse Coverversionen zum Besten.

Ich wiederhol mich jedes Jahr gerne wieder: Das Konzept in Regensburg ist für mich das beste aller Veranstaltungen, auf denen in das ganze Jahr über bin.

Da das Festival mitten in der Stadt ist, keinen Eintritt verlangt und neben Bier auch noch ein wenig Programm bietet, beschränkt sich die Veranstaltung nicht auf Biernerds. Stattdessen treffen sich dort Bierliebhaber mit (ihren) Familien und auch zufälligen Passanten, die neugierig sind und so mehr über die Vielfalt der Biere entdecken. 

Mein einziger Verbesserungsvorschlag wäre, dass es schön wäre (besonders für Passanten), wenn man sein Verkostungsglas an jedem Stand erstmalig ausleihen könnte.

Zum Abschluss:

Ein besonderes Highlight nach dem Motto "Not macht erfinderisch" lieferte diese junge Dame:

Ein wohl noch nicht patentierter "Krücken - Bier - Halter"

BraukunstLive! 2017 vom 10. – 12. Februar 2017

Teil 2

zum kompletten Bericht geht´s hier

Für Sonntag meldeten wir uns für die Masterclass-Veranstaltung "Hopsessed" an, einer kleinen Sensorikschulung von Barth-Haas. In diesem halbstündigen Seminar gab Dr. Elisabeth Wiesen einen Einblick in die verschiedenen Aromen des Hopfens, einer möglichen Grobkategorisierung (z.B. grüne Früchte) und einer weiteren Feineinteilung (Weintraube, grüner Apfel usw.). Ziel ist es, wie schon im ersten Teil des Berichts erwähnt, eine gemeinsame Sprache zur Beurteilung von Aromen zu entwickeln.


Bilder durch Klick vergrößerbar

 

Zum besseren Verständnis konnte man dann anhand von drei Geruchsproben seine höchsteigenen olfaktorischen Fähigkeiten austesten, was sich teilweise als recht schwierig heraustellte. Wenn man eine Kirsche sieht und daran riecht, weiß man, dass es eine Kirsche ist. Sieht man sie nicht, muss das Gehirn schon ganz schön seine Windungen strecken und überlegen. Ein leidiges Luxusproblem der Bierverkostungen:

A: Was riechst du?

B: Banane, und du?

A: Trockenfeigen mit einem Hauch Kiwi und dezent erdigen Noten.

B: …Hä? Quatsch, ganz klar Banane!

Abschließend durften die Teilnehmer noch das – nebenbei verdammich gute, aber leider unverkäufliche – "Monroe One" (ein IPA mit Monroe-Hopfen) testen und im Sinne des Seminars kategorisieren. Wir hätten uns für dieses sehr informative Seminar liebend gern mehr Tiefgang gewünscht und erhofft, so etwas lässt sich aber – selbstredend – kaum in einer halben Stunde umsetzen.

Nach dieser Schulung schlenderten wir ein wenig über die BKL ohne genau zu wissen, wonach uns eigentlich der Sinn stand. 


Nicht lang und wir blieben beim LaBieratorium hängen, einer kleinen brandenburgischen Brauerei aus Cottbus. Dort sprang uns die "Schwarze Pumpe" an, ein Porter mit 6,6%, das mit den Hopfensorten Northern Brewer und ADHA-527 gebraut wurde. Schwarze Pumpe, so Olaf Wirths vom LaBieratorium, sei nicht nur der Name eines Ortsteils der Stadt Spremberg, es handelte sich in früheren Zeiten auch um ein Symbol für die Pest. Jetzt kann man sich schon fragen, ob man ein Bier gedanklich mit der Pest verknüpfen will, ein netter Werbegag ist es aber allemal. Das Porter ist aus unserer Sicht jedenfalls gut gelungen; Aromen von dunkler Schokolade, Rauch und Trockenfrüchten strömten hier aus einem vollmundigem, fast cremigen Körper.

Am Stand der Freigeist Bierkultur stießen wir auf auf das mit Crow Brewery gemeinsam gebraute "Kwasimodo", einem Sauerbier mit 4,5%, das als Kwas mit Kirschen beschrieben war. Kwas ist ein vornehmlich im osteuropäischen Raum bekanntes, mit Brot vergorenes Getränk, das je nach Art der Zubereitung mehr oder weniger säuerlich-süßlich, aber immer merklich brotig schmeckt. Und da lag leider der Hase im Pfeffer. Die vielversprechenden Zutaten (Roggenbrot und -schrot sowie Sauerteig) konnten sich nicht gegen die kräftige kirschfruchtige Grundsäure des Bieres durchsetzen und unsere Erwartung an das Bier leider nicht erfüllen.


Ein weiteres besonders kreatives Collaborationgebräu von Freigeist, Yankee & Kraut und Pirate Brew war das "Room 101", das auch hier ausgeschänkt wurde. Aus einer "Bierlaune" heraus entstand die Idee zu diesem Sud, dem man doch tatsächlich Eukalyptus und Minze beigemischt hat. Diese Zutaten prägen das Bier auch dementsprechend stark und geben ihm eien unglaubliche Frische. Wir empfehlen es vor allem bei Husten oder Schnupfen. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie aber gefälligst Ihren Braumeister.

Bei Mikes Wanderlust stand ja das Black IPA vom Fass noch aus (siehe Teil 1 des Berichts). Wie auf Bestellung kamen wir grad richtig, um erstens den letzten Schluck des "Hasta Callista" zu probieren, ein fruchtig-leichter 5%er, und zweitens beim Anstich des Black IPA dabei zu sein. Wobei Letzteres nicht von Erfolg gekrönt werden konnte, denn der sich im Fass befindliche Hopfen verstopfte prompt die Bierleitung (ein klarer Fall von HopfenVERstopftes Bier...)und so rollte das Fass unverrichteter Dinge wieder vom Hof. So war es dann Essig mit unserem geplanten IPA-Vergleich. Es blieb uns nichts anderes übrig, als unseren Frust mit dem "Islay Single Malt" der World Barrel Tour Edition zu ertränken. Ein Wahnsinnsgenuss, dieser mutige 7,5%ige schwere, süße und intensiv erdig-torfige Bock! Wer torfige Whiskys mag, der wird auch dieses Bier lieben.

Im weiteren Verlauf unserer Runde landeten wir erneut im "The Lab", und zwar bei der 


hessischen Kreativbrauerei Brewers Fantasy aus Erlenbach/Fürth im Odenwald.  Dort schänkte uns Marcel Alberti ein paar seiner Biere ein. Das malzige, 7-fach gehopfte "Hoppy7", ein IPA mit 6,9% und den Hopfensorten Brewers Gold, Goldings, Cascade und Huell Melon, sollte trotz der Fülle an Hopfensorten absichtlich nicht zu fruchtbetont geraten, um sich von den modisch fruchtigen IPAs abzuheben. Beim "Hefeweizen" handelte es sich um ein sehr solides Bananenweizen mit einem Alkoholgehalt von 5,2%. Geschmacklich ganz vorn dabei war das volle und cremige "Smoky Stout". Hier trafen sehr ausgewogene schinken- und schornsteinrauchige sowie schokoladige Noten aufeinander.

Da sich die BKL 2017 doch so langsam ihrem Ende zuneigte, wollten wir noch unbedingt zu Stone Brewing, um uns persönlich mit dem offiziellen Collaboration Brew, dem "Stone Skull Jacked Triple IPA" bekannt zu machen. Dieses IPA kam mit stolzen 9,1% daher und war eine wahre Geruchs- und Geschmacksbombe. Der intensive orangen-fruchtige, grasige und gummiartig-ölige Geruch wurde nur noch im Mund durch die regelrechten Fruchtexplosionen getoppt. Ein echtes Highlight der BKL. Daneben probierten wir auch das 8,1% "Xocoveza". Jingle bells – was für ein Weihnachtsbier! Vordergründig konnte man hier Pfefferkuchen, Spekulatius und Schokolade erschmecken. Gut, der Eindruck muss sich bei den Zutaten (u.a. Kakao, Kaffee, Chili, Zimt, Vanille und Muskatnuss) ja geradezu aufdrängen.

Unseren persönlichen Messeabschluss begingen wir beim Tölzer Mühlfeldbräu. Dort gönnten wir uns das "Imperial IPA", das in einem Slyrsfass reifen durfte und einen Alkoholgehalt von 10,1% hatte. Bei diesem äußerst gelungenem Bier stachen vor allem die slyrs-typischen fruchtigen Whiskynoten hervor.

 

Obgleich in diesem Jahr die ein oder andere Kritik von uns kommt, sehen wir die BKL nicht allzu bierernst, denn es war erneut eine tolle Veranstaltung. Es ist immer wieder schön, mit der brauenden Zunft ins Gespräch zu kommen, deren jeweilige Geschichte zu hören, zu erfahren, welches Herzblut in der eigenen Kreation steckt und sich auch von ihrer Leidenschaft anstecken zu lassen. Ebenso großartig sind die meist spontanen, teils gegensätzlich, aber immer entspannten und spaßigen Fachsimpeleien mit den anderen Besuchern der Messe.

 

 

BraukunstLive! 2018: gerne wieder und garantiert mit Bierprobe-online.de

Zu Besuch bei der European Beer Star Verkostung

by Roland

Ab dem 07.10.2016 fand die Verkostung der Biere für den European Beer Star 2016 statt. Die Veranstaltung erstreckte sich über mehrere Tage, an denen 2103 Biere in 57 Kategorien von 124 Experten verkostet wurden.

 

Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor waren es noch lediglich 400 Biere.

 

Die Verkostung erfolgt als Blindverkostung nach rein sensorischen Kriterien über mehrere Vor- und Endrunden (so sind in der Kategorie „Helles“ z.B. rund 200 Sorten zu verkosten). Am Ende müssen die drei Sieger je Kategorie einstimmig gewählt werden. Bewertungsinterna, Ranglisten und Teilnehmerverzeichnisse werden dabei nicht nach außen kommuniziert. Voraussetzung für die Teilnahme ist u.a., dass die Biere marktgängig sein müssen (auch in Form von Hausbrauereien, welche z.B. den Eigenbedarf einer Gaststätte decken, nicht jedoch „Forschungsbrauereien“ oder dgl.) 

Übersicht aller 57 Kategorien inkl. Bierbeschreibungen
EBS 2016_CF_Booklet.pdf
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Am 07.10.2016 wurde auch der Presse Einsicht in das Verkostungsprocedere des European Beer Star Award 2016 gewährt . Nach der Begrüßung u.a. durch Oliver Dawid, Geschäftsführer des Wettbewerbsausrichters Private Brauereien Bayern e.V. und die amtierende bayrische Hopfenkönigin, Sabrina Schmalhofer, führten uns die Mitarbeiter durch die Räumlichkeiten der Akademie Doemens. Die Jury-Gruppen sowie die Schüler der Doemens-Akademie, welche u.a. durch Kategorisierung der Biere sowie Verteilung an die Jury-Gruppen in die logistische Abwicklung der Verkostung eingebunden waren, stellten sich bereitwillig den Fragen der Pressevertreter.

Der Rundgang endete nach Besichtigung des Bierlagers (rd. 20.000 Flaschen) im Stüberl der Doemens Akademie, in welchem noch eine Verkostung von 6 hervorragenden Bieren unter Leitung von Karl Schiffner (1. Biersommelier-Weltmeister) stattfand.

 

Verkostete Biere:

1) Brauhaus Riegele Export

2) Ayinger Urweisse

3) Beersel Morning (im Holzfass ausgebautes belgisches Sauerbier aus Italien, 6,2 %)

4) La Grivoise de Noël (Belgisches Starkbier aus Kanada, 7,5 %)

5) Moylander Double IPA (Californien, 8,5 %)

6) Rittmayer Smokey George (Rauchbier)

 

Wir sind schon gespannt, welches die Siegerbiere sind. Diese werden am 09.11.2016 auf der BrauBeviale in Nürnberg bekannt gegeben.




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