Bierprobe on tour - Belgische Biere


Lange haben wir darauf gewartet, am Samstag war es dann soweit: die Bierverkostung „Belgische Biere“ fand im Hopfenmuseum in Wolnzach statt. Der durchführende Seminarleiter Herr Pinzl, hat uns mal wieder eine sehr interessante Auswahl an Bieren mitgebracht.

Zu  Beginn des Seminars erfahren wir, dass die belgische Bierkultur sehr traditionsreich ist und viele Biere noch nach den ursprünglichen  Rezepten gebraut werden. Da man sich in Belgien, im Gegensatz zu Deutschland, nicht an ein Reinheitsgebot halten musste, findet man in Belgien eine extrem hohe Sortenvielfalt und somit auch viele wunderbare Kreationen aber auch teils grausame Mischungen. Dies ist nun mal die Chance aber auch die Gefahr, wenn man sich abseits der sogenannten „Einheitsbieren“ bewegt.

Die erste Kostprobe der belgischen Braukunst bekommen wir mit dem Bloemenbier serviert. Das Bier der Proefbrouwerij versteckt sich hinter der handgewickelten Papierverpackung. Das im Firmennamen versteckte „Proef“ (engl. Proof) zu Deutsch „Versuch“ ist bei dieser Brauerei Programm. So hat man wohl bereits 500 unterschiedliche Biere gebraut. Da wird einem dann wohl auch nie langweilig.

Zurück zum Bloemenbier. Neben fruchtigen Aromen dominiert hier aber insbesondere ein starkes Honigaroma. Auch soll es, wie der Name vermuten lässt, nach Blumen schmecken. Da mein Speiseplan bisher jedoch noch keine Blumen beinhaltete kann ich dies nicht beurteilen. Die belgischen Biere bewegen sich ja alkoholtechnisch generell im Bereich von 5-10%, somit liegt das Bloemenbier mit 7% eher im Mittelfeld.

Durch die, von Herrn Pinzl getroffene Auswahl lernen wir die breite Vielfalt der belgischen Biere kennen.

Das zweite Bier ist ein sogenanntes Trappistenbier namens Orval aus der  Zisterzienserabtei Notre-Dame d'Orval. Der Bierverkauf dient in diesen Trappistenklöstern im Wesentlichen der Finanzierung des Klosters, da es den Mönchen untersagt war zu betteln. Die Überschüsse werden ansonsten für soziale Werke verwendet.

 

Das Orval selbst ist sehr würzig und kräuterlastig. Insbesondere im lang anhaltenden Abgang hat man das Gefühl einen ganzen Beutel mit Kräutern im Mund zu haben. Das Bier weist zwar einen Alkoholgehalt von 6,2% aus, jedoch ist der Wert eher als Schätzwert zu sehen, da das Bier nach dem Brauvorgang noch bei 5,2% ist, durch die weitere Flaschengärung aber noch bis zu 7,2% weiter steigen kann, gibt man hier quasi einen Mittelwert an.

Der wohl für alle überraschendste Geschmack lieferte das dritte Bier, das Gueuze Giradin 1882. Hierbei handelt es sich um ein sog. Lambic - Bier. Das besondere bei Lambic – Bieren ist, dass diese nicht eindeutig ober- bzw. untergärig sind sondern spontangärig mittels wilder Hefe sind. Die Sorte Gueuze wird durch den Verschnitt verschiedener Lambics erzeugt.

 

Durch die Milch- bzw. Essigsäure schmeckt es sehr sauer und traf bei unserer Gruppe eher bei Wenigen den Geschmack.


Bekanntere Aromen, die auch einen breiteren Anklang fanden, hatten wir beim dann folgenden double IPA Namens: „De Dochter van de Korenaer“. Ein IPA, das sich insbesondere durch das fruchtige Aroma (Mango und Papaya) aber auch durch die lange im Mund verbleibende Bitterkeit auszeichnet. Erreicht wird dies auch durch das sog. Hopfenstopfen. Hierbei wird der Hopfen nach dem Abkühlen der Würze nochmal beigefügt damit die im Hopfen befindlichen Öle ins Bier übergehen. Früher wurde dies oft zum „retten“ von nicht gelungenen Bieren oder zur längeren  Haltbarkeit angewendet bei IPAs mehr um ein noch intensiveres Aroma zu erreichen.

 

Als vorletztes Bier bekommen wir wieder ein „Wickelbier“ das Saison d´erpe mere aus der Provinz Antwerpen in Flandern. Auch hier dominieren wie schon beim Orval die Kräuternoten. Da ich hier auch Nelkengeschmack erkannt habe war es nicht wirklich mein Geschmack und sollte daher von den anderen Teilnehmern ausführlich beschrieben werden. 

Das Highlight für Einige war das  Cuvee van de Keizer Gouden Carolus. Da bei Vielen von uns dunkle Starkbiere hoch im Kurs stehen, traf der Carolus nicht nur meinen Geschmack. Bei diesem Strong Belgian Ale (besonders kreative Bezeichnung) haben wir besonders leichte 11% und ein klasse ausgewogenes süßmalziges Karamellaroma.

 

Aufgrund unserer Begeisterung wurde uns am Ende dann auch noch eine Flasche des Carolus als Zugabe kredenzt.


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