Besuch auf der Braukunst Live Biermesse

In München findet eine Biermesse statt, da müssen wir als neuer Stern am Biertesthimmel (Spaß!) natürlich hin und schauen was die neuesten Kreationen der Brauereien sind. Das Motto der Messe ist Craftbrauereien. Also Klein- und Kleinstbrauereien die das Bier noch, oder auch wieder, handwerklich brauen und sich somit von den industriellen Großbrauereien unterscheiden.

Über 50 Aussteller aus aller Herren Ländern mit bis zu 500 unterschiedlichen Biersorten werden hier angeboten. Sicher zu viel für einen Tag aber man braucht ja noch Ziele. Das Publikum ist wie erwartet männlich dominiert aber auch unerwartet viele Frauen tummeln sich hier an den Ständen.

 

Premiumpartner der Messe

 

Zu unserer Eintrittskarte bekommen wir noch vier Verzehrgutscheine (Pilsener Urquell, Hofbräu, Schneider Weisse und Braufactum). Diese 4 sind die Premiumpartner der Messe.

Also starten wir natürlich mit der Suche nach diesen vier Ständen.

 

Als erstes finden wir den Stand von Pilsener Urquell. Also die Urväter des Pilseners. 

Eine Auswahl finden wir hier aber nicht. Pilsener Urquell hat einfach "ihr Bier" mitgebracht, also das ganz normale Pilsener. Zum probieren bekommen wir hier, so wie an allen anderen Ständen, unser Probierglas mit 0,1 Liter gefüllt.

Das Bier ist halt eins das wenig falsch macht aber auch nichts besonderes oder außergewöhnliches im Geschmack hat. Kann man trinken ist aber nicht wirklich der Grund warum wir hier sind.

 

Weiter geht die Reise und wir finden gleich den nächsten Premiumpartner: Die Brauerei von Schneider Weisse. 

Hier ist die Auswahl auch gleich viel größer. Neben dem Standardweissbieren gibts auch kreative und trendige Varianten. Hier ist dann auch das erste und einzige mal, dass wir abweichende Biere nehmen. 

Während Olli den Aventinus testet lacht den Matze und mich der 2014er TAP X "Meine Porter Weisse" an. Hier gehen unsere Meinungen auseinander. Während die Kombination für mich zu viel Kompromiss ist, weil es für ein Porter zu wenig malzig ist und für ein Weizen zu wenig Säure hat, findet der Matze allerdings, dass es ein tolles Weißbier für "Nicht-Weißbiertrinker" ist.

 

Neues Bier neues Glück. Der nächste Gutschein gilt für den Hofbräustand und hier erleben wir gleich beim dritten Bier die größte Überraschung der Messe. Ich bin ganz ehrlich, hoch waren die Erwartungen bei HB nicht, weil man die Standardbiere ja alle schon mal getrunken hat.

Aber weit gefehlt! Hier schenkt man uns einen Hallodri ein und wie der Name schon sagt, dieses Bier ist frech und anders als man es von so einem traditionsreichen Brauhaus erwartet. 

So ein fruchtig duftiges Bier ist ein echtes Highlight und war in der engsten Auswahl für das Bier des Monats.

Am Braufactumstand geht´s dann mal wieder in die höheren Prozentwerte. Hier gibt´s von der Brooklybrauerei, von der ich schon einige tolle Biere getestet hab, das "Local 1" und mit seinen 9% hat das Bier ordentlich Bumms.

Nach diesem interessanten Einstieg in die unterschiedlichen Biersorten gehen wir nach der Brotzeitpause in die Vollen.

 

Für -,50 bis 1,50 € bekommen wir an den einzelnen Ständen jeweils unsere Probierportion. Neben vielen neuen Bieren finden wir auch alte Bekannte. 

 

Aus Österreich hat die Brauerei Eggenberg den Granitbock und Samichlaus dabei. Die Meyer-Schwestern sind mit ihrem Pale Ale "Braukatz" auf der Messe und auch das historische Bier "Methusalem" finden wir wieder. Aber wir wollen ja was neues testen und machen uns deshalb auf die Suche.

Nach einer "bitteren" Enttäuschung beim "5 a.m. Saint" von Brewdog gönnen wir uns einen Vorgeschmack auf die belgische Bierprobe und probieren ein Cranberrybier (Celtika Cranberry) aus Frankreich (ja ja Frankreich ist nicht Belgien aber als Fruchtbier ist es die Richtung). Eine schön gelungene Kombination, schmeckt recht spritzig, sicher gut als Sommergetränk. Aber Vorsicht es ist kein Radler mit 4,8% ist es so stark wie normale Biere.

 


 

 Die Reise geht wieder nach Österreich. Die Brauerei Eggenberg hat einen Gemeinschaftsstand mit ihren Kollegen von Rieder Bier. Samichlaus und Granitbock kennen wir schon also brauchen wir was anderes. Als großer India Pale Ale Fan bestell ich uns gleich drei Gläser der Riederversion des Bieres.

Hier wird sich das Testteam auch gleich gar nicht einig. Während ich von "Klasse" sprech sieht der Matze es als "Durchschnitt" an und für Olli ist es gar nichts.


Weiter gehts mit der Erkundung der Messe

 

Ein Ausflug in die Zigarrenlounge bleibt uns verwehrt. Die werben zwar damit, dass ein gutes Bier und eine gute Zigarre toll zusammenpassen, aber ein Bier darf man in die Lounge nicht mitnehmen...

 

Neben den Brauereiständen gibt es auch noch ein Rahmenprogramm so kann man sich für eine "Bier und Käseverkostung" anmelden oder an der Openstage während einzelne Biere vorgestellt werden an unterschiedlichen Diskussionen mit den Brauern auf der Bühne beteiligen. 

 

Kurz gesellen auch wir uns zu den Zuhörern. Es wird gerade das Bier "Holy Cowl" von Craftwerk vorgestellt. Holy Cowl heißt lt. google so etwas wie heilige Kutte. Das Bier orientiere sich an den belgischen Trappistenbieren, aber dieses Bier würde im Gegensatz zu einigen belgischen Bieren das Reinheitsgebot erfüllen, weil in den belgischen Bieren oft Zucker beigemischt würde um den hohen Alkoholgehalt zu erreichen. 

Da wir keines der Gratisbiere abstauben können, holen wir uns eine Portion am Stand von Craftwerk. Überrascht stellen wir dort fest, dass es sich bei der Brauerei um eine Tochter der Bitburgerfamilie handelt. Wir fragen dort gleich mal nach warum man das Bier nicht  als Bitburger angeboten wird. 

Als Antwort erfahren wir, dass man bei Bitburger wohl der Meinung ist, dass Bitburger als Großbrauerei die potentiell interessierte Zielgruppe wohl eher abschrecken würde.

Großbrauereien eher fehl am Platz

Da hat er wohl recht, wobei wir auch feststellen, dass diese abschreckende Wirkung nicht unbedingt ein Vorurteil ist. Während Hofbräu eine rühmliche Ausnahme ist, haben König Ludwig oder die Brauerei Schmimpfle mit ihrem Löschzwerg nur ihre Standardbiere dabei. Entsprechend leer sind diese Stände auch, weil eben kaum einer ein "Einheitsbier" probieren will, wenn er so eine Vielzahl von abwechslungsreichen Kreationen testen kann.

 

 

Den absoluten Gegenentwurf finden wir am norwegischen Stand von Nogne o. Mit einem Pappschild auf dem handschriftlich die angebotenen Biere stehen und die bereits ausverkauften übermalt wurden, wirkt er wie ein niedlicher Limonadenstand von Schülern. 

Hier soll eben das Bier für sich sprechen und ich muss sagen, dass tut es auch.

So finden wir hier auch unser Bier des Monats. Das Dark Horizon 4th. Mit seinen niedlichen 16% strömt einen ein außergewöhnlich Duft bereits beim riechen in die Nase. Neben einem Kaffee- und Schokoladenaroma glaubt man hier auch noch etwas Sojasoße zu riechen (das ist absolut positiv gemeint) Auch der Geschmack ist zum reinlegen. So ist die süßliche Mischung aus Kaffee und Schokolade ein wahres Geschmackserlebnis.


Bei so einem Highlight muss natürlich auch der Rest des Angebots erkundet werden. Neben dem #500 und dem IPA hat sich Nogne o auch noch an einem Sanddornbier namens Tindved versucht. Schnell stellen wir fest, das Tindved und wir werden keine Freunde, weil es uns echt zu sauer ist.

 

Nach einem Whiskeybier namens Schottenrock gesellen wir uns zum Abschluss des langen abwechslungsreichen Nachmittags  mit unseren letzten Chips an einen Gemeinschaftsstand verschiedener Craftbrauereien.

Nach "Heinrich dem Kempter" und dem "Schwarzen Ritter vom Rettenberg" kommen wir schließlich mit einem Vertreter der Brauerei Welde ins Gespräch. Neben dem Jahrgangsbier, einem Weißbier mit dezentem Bananenaromen aus südafrikanischem Hopfen dürfen wir auch noch einen unveröffentlichten hellen Bock probieren.

 

Alles in allem ein klasse Nachmittag!

Zu den Tops gehört zu allererst, dass es so eine Biermesse überhaupt gibt. Hier können sich Bierfreunde  schön austoben.

Außerdem 

  • Nogne o
  • Hofbräu
  • Rieder India Pale Ale
  • Certika Cranberry
  • Jahrgangsbier und unveröffentlicher Bock von Welde

 

Flop

  • Die Einfallslosigkeit der Großbrauereien

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Bierprobe on Tour

Flüssig ernährt sich das Bierhörnchen!

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