VHS Bierseminar

Um unser Bierwissen weiter steigern zu können und die Bewertungen der Biere professioneller zu gestalten haben wir (Olli, Peter und Alex) uns für einen Bierverkostungskurs an der VHS Ingolstadt angemeldet.

 

Unser Dozent, Norbert Schmidl, ist Biersommelier und in den jeweiligen Jurys des World Beer Cups und des European Beer Stars. Er hat uns 10 Biere mitgebracht und ein jedes von diesen soll uns jeweils eine andere Geschmackrichtung zeigen. Außerdem erfahren wir viel Interessantes zum Thema Bier und einiges davon will ich euch erzählen.

 

Während den einzelnen Bieren werden uns natürlich auch ein paar Fachbegriffe erklärt:

So erfahren wir, dass man mit „Abgang“ den Geschmack beschreibt den man im Mundraum hat, also die Geschmacksrichtung und aber auch wie lange der Geschmack anhält.

 

 

Als Rezenz wiederum wird der Eindruck beim Schlucken beschrieben.

Um Einstieg bekommen wir das einzige nichtbayerische Bier des Kurses, ein Jever Pils.

Man merkt es dem Bier gleich an, dass uns hier das herbe an einem Bier gezeigt werden soll, denn wie es bei norddeutschen Pilsnern üblich ist, schmeckt auch dieses sehr herb.

Der herbe Geschmack kommt durch die Dominanz des Hopfens.

Die Stärke der Bitterkeit wird mit der sogenannten International Bitterness Unit (IBU) gemessen.  Das Jever hat einen IBU von 35.  Dies Skala geht wohl so bis 200, bei denen ist es dann aber wohl wirklich Geschmacksache ob man sowas noch genießen kann.

 

Allerdings glaub ich sagt der IBU auch nicht so endgültig das „Bitterempfinden“. Das 5 a.m. von Brewdog, dass wir auf der Biermesse getrunken haben fand ich viel bitterer hat aber wohl nur einen IBU von 25 … trau keiner Statistik…


Weiter geht’s zum Hellen, genauer gesagt zum Kloster Andechs Vollbier Hell.

Das Helle charakterisiert sich im Wesentlichen durch die Ausgewogenheit zwischen dem hopfigen und dem malzigen. Durch diese Ausgewogenheit soll es wohl auch süffiger sein und deshalb sind die Hellen oder international auch Lager genannt, die am meistgetrunkenen Biere der Welt.

So ausgewogen ist auch das Andechser. Aber irgendwie ist ausgewogen oft auch langweilig, so auch hier. Es ist zwar recht vollmundig im Geschmack aber es verliert sich auch schnell wieder.

 

 

Interessanter ist da schon eher das nächste Bier. Von Ottenbräu haben wir ein Märzenbier vor uns. Diese Märzenbiere sind etwas in Vergessenheit geraten. Früher sind diese Biere öfter getrunken worden. Der Name Märzen kommt auch von früher, weil man aufgrund fehlender Kühlmöglichkeiten oft nur im Winter Bier brauen konnte, hat man im letztmöglichen Monat dem März ein haltbares Bier gebraut um über den Sommer „zu kommen“.



Den Unterschied zu den beiden vorherigen Bieren schmeckten wir recht leicht, da hier der Geschmack sehr malzig süß ist.

Weiter geht’s mit Weißbieren.

Nach hopfendominiert bei den Pilsnern und malzig bei den Märzen, kommt das Aroma bei den Weißbieren durch die Hefe.

Wie sehr Biere von der gleichen Art voneinander abweichen können zeigt uns der Sommelier durch zwei Weißbieren. Genauer gesagt der Version der Brauerei Hopf und dem TAP 7 von Schneider Weisse.

Während das Hopf eher bananig schmeckt und riecht ist das TAP 7 eher säuerlich und nach Gewürznelke riecht. 

Dementsprechend geteilt sind auch die Präferenzen der Teilnehmer in der Gruppe. Ich selbst bevorzuge das bananige und mag das säuerliche eher gar nicht.

 

Mit den dann folgenden Bieren haben dann auch viele der Teilnehmer Neuland betreten, weil diese nicht sooo verbreitet sind in den Getränkekarten der Restaurants und in den Supermärkten.

Los ging´s dann mit dem Emmer Bier von Riedenburger, einem historischen Biobier. Historisch heißt es aber nicht weil es so früher gebraut worden ist, sondern weil Getreidesorten wie Emmer oder auch Dinkel lange Zeit nicht mehr fürs Bierbrauen genutzt wurden.

Beschrieben wurde das Emmer Bier mit „vollmundig“ „brotig“ oder auch, dass es eine Mischung der beiden vorherigen Weizen ist.

Unserer kleinen Testgruppe hat es jedenfalls so gut geschmeckt, dass es von Olli als Bier des Monats März vorgeschlagen wurde und es hat wohl auch gute Chancen.

Weiter ging die Reise in die Welt der dunklen Biere. Von der Brauerei Kloster Scheyern war das Export Dunkel das siebte unserer zehn Testbiere. Da bei den dunklen Bieren ja bekanntlich das Malz die dominierende Zutat ist, riecht und schmeckt man hier vorwiegend natürlich das Malz aber auch dessen Süße und ein angenehmes Röstaroma.

Um auch hier die Unterschiede zwischen den Bieren besser nachvollziehen zu können sollen wir jeweils einen kleinen Rest des Bieres im Glas lassen und dann mit dem nächsten Bier vergleichen.

Unser nächstes Bier ist in diesem Fall der Asam Bock vom Kloster Weltenburg. Da wir hier mit ungefähr 8% den Alkoholgehalt der gängigen Biere weit überschreiten ist es bei einigen der Teilnehmer auch nicht mehr wirklich trinkbar.

Wir allerdings sind bei dunklen Starkbieren voll in unserem Element und gönnen uns gern noch einen kleinen Nachschlag.

Der Eisbock von Nordbräu ist mit 9,2% sogar noch eine Stufe stärker. Der Dozent spricht hier von Obstaromen die man schmecke. Einige Teilnehmer schmecken dies auch (nachdem er es gesagt hat). Ich jedoch nicht so wirklich. Das Bier zeigt daneben aber auch hier Röstaromen. Dass es sich als Eisbock produktionsbedingt um ein konzentrierteres Bier handelt merkt man ihm aber leider auch an.

 

Wie schon beschrieben haben die letzten Biere manchen Teilnehmern so wenig geschmeckt, dass sie sogar diese 0,1 Liter nicht austrinken wollten und lieber weggeschüttet haben.

Den Höhepunkt fand dies aber als unser Lehrmeister uns das letzte Bier präsentierte:

Das Schneider TAP 5 „Meine Hopfenweisse“ nannte er ein „Love or Hate Bier“ und hatte damit vollkommen recht. Während ich es zum reinlegen fand (hab mir dann gleich noch ne Flasche geschnorrt, also wer auch wissen will ob er es liebt oder hasst kann sich ja bei mir melden), fands mein Vater grauenhaft (aber er wusste was sich gehört und hat´s nicht weggeschüttet, den Nachschlag hat er aber auch ausgeschlagen).

Die Hopfenweisse ist mit 8,2% als Weizenbock einzustufen, da es sehr fruchtig ist wird es darüber hinaus als IPA Weizen beschrieben.

Wie gesagt kein Bier für jedermann.

 

Nach knapp zweieinhalb Stunden war auch dieser kurzweilige Kurs vorbei.

Neben ein paar neuen Bieren haben wir auch viel interessantes Neues gelernt und erfahren, so dass wir beim Biertesten künftig hoffentlich noch professioneller bewerten können.

 

Alles in allem auf jeden Fall weiter zu empfehlen. Bei insgesamt 15 € auch ein Schnäppchen und wir werden auch künftig nach solchen Kursen Ausschau halten.


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